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Maria A. Walpurgis, Kurfürstin von Sachsen

Eva Neumayr:

Maria Antonia Walpurgis Kurfürstin von Sachsen

Maria Antonia Walpurgis Prinzessin von Bayern; genannt Maria Antonia (geb.)

* 18. Juli 1724 in München, Deutschland.
† 23. April 1780 in Dresden, Deutschland.

"Si donc on trouve réunis les arts et les vertus en une personne, est-il possible de s'empêcher de l'aimer? Cet amour n'est pas de cette espèce dont la pudeur s'effarouche, ce n'est pas cette flamme qui porte l'incendie dans le coeur des amants, mais un penchant irrésistible, accompagné d'admiration. Voilà, madame, le sentiment, que vous réveillez dans mon âme, et qu'aucune puissance n'y peut détruire."
("Wenn man Künste und Tugenden in einer Person vereinigt findet, ist es möglich zu verhindern sie zu lieben? Diese Liebe ist nicht der Art, die vor Scham errötet, deren Flamme nicht den Brand in das Herz der Liebenden trägt, aber eine unwiderstehliche Anhänglichkeit, von Bewunderung begleitet. Das, Madame, ist das Gefühl, welches Sie in meiner Seele erwecken, und das keine Macht darin zerstören kann." Brief Friedrichs des Großen an Maria Antonia vom 20. Dezember 1767, übersetzt von Heinz Drewes, zit. in: Drewes, Heinz. Maria Antonia Walpurgis als Komponistin. Borna-Leipzig: Noske, S. 21).

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Sängerin, Mäzenin, Librettistin
Orte und Länder
Maria Antonia wurde in München geboren und empfing dort ihre ersten musikalischen Eindrücke und ihre musikalische Ausbildung. Als sie 1747 Friedrich Christian, den Prinzen von Sachsen heiratete und nach Dresden zog, war sie bereits eine gute Sängerin und Pianistin. Im gleichen Jahr wurde sie 1747 Mitglied der Accademia dell’ Arcadia in Rom. 1772 führte sie eine Reise nach Italien. Nach dem Tod ihres Mannes (1763) lebte sie abwechselnd in Dresden und in München. Die Regierung führte für den minderjährigen Kronprinzen Friedrich August Prinzregent Xaver, der Bruder ihres Mannes.
Profil
Maria Antonia Walpurgis war eine vielseitig begabte Fürstin, die als Komponistin, Sängerin, Gesangslehrerin, Malerin, Librettistin und Schriftstellerin, tätig war, aber auch ihren Mann in der Führung der Regierungsgeschäfte unterstützte. Als Schriftstellerin wurde sie 1747 unter dem Namen „Ermelinda Talea Pastorella Arcada“ (E.T.P.A.) in die römische „Accademia dell’ Arcadia“ aufgenommen, als Malerin in die „Accademia di San Luca“.

Biografie

Maria Antonia wurde 1724 in München als älteste Tochter des Kurfürsten Karl Albert (später Kaiser Karl VII) geboren. Schon früh wurden ihre vielseitigen Begabungen erkannt und gefördert: Sie konnte sich bereits in jungen Jahren in Französisch, Italienisch und Latein ausdrücken. Klavier spielte sie sehr gut und als Sängerin war sie imstande, mit noch nicht einmal sechzehn Jahren die Hauptrolle in einem Pastorale zu singen. Auch mit dichterischen Werken beschäftigte sie sich bereits in ihrer Jugend.
1747 wurde sie mit dem Kurprinzen von Sachsen, Friedrich Christian, verheiratet. Obwohl die beiden Ehepartner vor der Hochzeit nur miteinander korrespondiert hatten und obwohl Friedrich Christian von Geburt an gehbehindert war, scheinen sie eine sehr glückliche Ehe geführt zu haben. [Das ist ihrer Korrespondenz (Weber u.a. S. 38f.) und auch der Tatsache, dass Friedrich Christian seine Frau in seinem „Geheimen Politischen Tagebuch“, das er von 1751-1757 führte, als sein „zweites Ich“ bezeichnete, dem er allein sein gesamtes Vertrauen zu schenken sich vornahm. (Schlechte, 1992, S. 10)] Aus dieser Verbindung gingen sieben Kinder hervor. Im Jahr ihrer Hochzeit wurde Maria Antonia aufgrund ihrer dichterischen Verdienste in die römische „Accademia dell’Arcadia“ aufgenommen. Möglicherweise war es der Dresdner Hofdichter Claudio Pasquini, der den Weg Maria Antonias in die „Accademia dell’ Arcadia“ ebnete. Wie sich ihrer Publikation „Instrumentierte Versionen....“ (s. u.) entnehmen lässt, war es die Namenstagskantate auf August III, die ihre Aufnahme in die Akademie ermöglichte. (Fischer, 2007, S. 52)], wo sie den Namen „Ermelinda Talea, Pastorella Arcada“ erhielt, mit dessen Anfangsbuchstaben „E.T.P.A“ sie von nun an ihre Werke signierte.
Als Malerin schuf sie mehrere Selbstbildnisse und Bilder ihrer Familie. Sie wird mit De Marees und Raphael Mengs in Verbindung gebracht. In musikalischer Hinsicht hatte sie die besten Lehrer ihrer Zeit. Während in ihrer Jugend in München Giovanni Ferrandini ihr Lehrer in Gesang und Komposition war, war es in Dresden Johann Adolph Hasse, der sie kompositorisch beeinflusste. Das Lehrer-Schüler Verhältnis mit Nicola Porpora kann, wenn es bestanden hat, nur kurz gedauert haben (Fischer, 2007, S. 154), wogegen der Kontakt zwischen Ferrandini und der Kurfürstin bis zu ihrem Todesjahr 1780 weiterbestand. (Fischer, 2007, S. 150).
Mit Metastasio korrespondierte sie ab 1749 und schickte ihm einige Kantatentexte, den Text des Oratoriums „La conversione di Sant’ Agostino“ und das Libretto ihrer Pastorale „Il trionfo della fedelta“ zur Ansicht. Während er die Kantatentexte sehr günstig beurteilte, griff er in das Libretto der Pastorale stark ein, worauf die Kurprinzessin sehr verletzt reagierte. Allerdings entschied sie sich bei der Komposition und Drucklegung des Werkes doch für die Fassung Metastasios und übersetzte auch in späteren Jahren immer wieder seine Texte.
Als ihr Mann Friedrich Christian 1763 den Thron bestieg, übertrug er Maria Antonia die Aufsicht über die Finanzen des Staates, und verschaffte ihr so eine mehr als ungewöhnliche Stellung für eine Frau des 18. Jahrhundert. Friedrich Christian starb bereits zwei Monate nach seiner Thronbesteigung an den Blattern, und Maria Antonia betätigte sich nach dem Verlust der Macht als Mäzenin, Musikerin, Diplomatin, Malerin und Schriftstellerin. Erwähnung verdient auch ihrer intensive Korrespondenz mit Friedrich II dem Großen.
Sie starb am 23. April 1780 in Dresden.

Würdigung

Maria Antonia Walpurgis, Kurfürstin von Sachsen war in vielen Sparten der Kunst tätig. Als Mäzenin förderte sie die Komponisten Johann Adolph Hasse, Nicola Porpora, Johann Gottlieb Naumann, den Maler Raphael Mengs, die Sängerinnen Regina Mingotti und Gertrude Elisabeth Mara und viele andere Künstler. Ihre Dichtungen und Libretti wurden von den angesehensten Komponisten ihrer Zeit vertont (z. B. das Oratorium „La conversione di Sant’ Agostino von J. A. Hasse, ihre Oper „Talestri“ auch von G.B. Ferrandini, ihre Kantatentexte von Naumann, Hasse, G. Manna u.a.). Als gute Pianistin und Sängerin war sie imstande, andere Sänger oder auch sich selbst zu begleiten und auch die Hauptrollen in ihren Opern zu singen, was sie 1754 in Dresden in „Il trionfo della fedeltà“ und 1760 in Nymphenburg (München) und 1763 in Dresden als „Talestri“ tat. Als Opernkomponistin war sie sicher dem Vorbild ihres Lehrers J. A. Hasse verpflichtet, ihre zwei Opern sind aber keineswegs nur an Hasse orientiert, sondern durchaus eigenständig. Auch als Malerin war sie tätig.
Maria Antonia Walpurgis war nicht nur künstlerisch, sondern auch politisch und sozial interessiert und engagiert. Hatte sie während des Siebenjährigen Krieges bereits aktiv Regierungsgeschäfte übernommen, so wurde sie nach der Thronbesteigung ihres Gatten Friedrich Christian mit der Verwaltung der Finanzen Sachsens betraut. Nach seinem Tod war sie sowohl im Interesse ihres Sohnes, des Kurfürsten Friedrich August, als auch im eigenen Interesse (Allodialanspruch) in diplomatischer Mission unterwegs.
Sie versuchte, die wirtschaftliche Entwicklung Sachsens durch die Gründung von Betrieben zu fördern und setzte sich während einer Hungersnot sehr für die Menschen ihrer Region ein.

Rezeption

Ihren Zeitgenossen galt sie als „Muster einer außerordentlichen Gelehrsamkeit“ und als „großmüthige Minerva“ (Finauer, o. S.). Sie war als Komponistin und Schriftstellerin, aber auch, bedingt durch ihre Stellung als Churprinzessin, als Patronin der Künste und Wissenschaften außerordentlich bekannt. Unter den ihr von Zeitgenossen gewidmeten wissenschaftlichen Werken befinden sich Peter Paul Finauers „Allgemeines Historisches Verzeichnis gelehrter Frauenzimmer“ (München, Mayr, 1761), Antonia de Eximenos „Dell’ origine e delle regole della musica“ (1774), aber auch Christof Otto Freiherr von Schönaichs Übersetzung des ersten Buches des Horaz und Christof Zapata von Cisneros Ausgabe der Werke Petrarchas (s. Finauers Widmung). Antonia di Eximeno ging so weit, dass er eine Arie aus „Talestri“ als Kompositionsmodell verwendete. (Ein Verzeichnis aller ihr gewidmeten Werke siehe Fischer, 2007, S. 443f.)
Ihre Kantatentexte wurden von bedeutenden Komponisten wie J. G. Naumann, J. A. Hasse, G. Manna u.a. vertont (eine genaue Aufstellung der Komponisten, die Maria Antonias Texte vertonten, ist bei Fischer angegeben, 2007, S. 443) und ihre Opern wurden mehrfach aufgeführt und waren laut Burney auch in England bekannt. „Il trionfo della fedelta“: 1754 in Dresden und Bayreuth, 1761 in München und 1772 in Padua; „Talestri“: 1760 und 1772 in München sowie 1763 in Dresden. Kaiserin Maria Theresia hatte das Libretto der „Talestri“ gelesen und drückte ihre Bewunderung für „la divine Talestris et ses incomparables talents“ aus. Selbstverständlich ist ein Teil der Huldigungen und Lobgedichte, die im 18. Jahrhundert erschienen, auch an die Fürstin und Mäzenin gerichtet.

Werkverzeichnis

Werkliste kondensiert aus der genauen Liste der ihr bekannten Quellen von C. Fischer, 2007, S. 428ff.
A. Vokalmusik
1. Opern
„Il trionfo della Fedeltà“. Leipzig: Breitkopf, 1756; UA: Dresden, 1754
„Talestri, Regina delle Amazzoni“. Leipzig: Breitkopf, 1765, UA: Dresden, 1763
2. Kantaten
„Didone abandonata“ (Text und Musik: Maria Antonia Walpurgis), UA: Dresden, 1748 [Der Text dieser Kantate wurde 1749 an Metastasio gesandt]
Giove fulminator de Giganti“ (1753), (Text: Jean Ambrosio Miliavacca, erhalten im Sächsischen Staatsarchiv-Hauptstaatsarchiv Dresden, Geheimes Kabinett, Loc. 389): verloren
„Le Siege de Troye. Cantate à une voix seule. Mise en musique dans le gout Italien. La Poesie est de S[on] A[ltesse]: R[oyale] la P[astorelle] A[rcadienne]: la Musique de la meme“ (Text: Sächsische Landesbibliothek Dresden, Mscr. Dresd. 18, Musik verloren)
3. Arien
Sei Arie: [Arie sei Composte da N (Sächsische Landesbibliothek – Staats –und Universitätsbibliothek Dresden, Mus. 3119-F-1, Stimmenmaterial in Mus. 3119-F11a)]; [VI. Arie, Sächsische Landesbibliothek – Staats –und Universitätsbibliothek Dresden, Mus. 3119-F-10]. Diese Arien entstanden vermutlich noch in München, während Ferrandini der Lehrer der Prinzessin war.
4. Kirchliche Werke
Meditationes: Memoria, [verloren; Der Librettodruck von Josef Pemble, „Tres animi facultates“, Monachii: Johann Christoph Mayr, 1762, ist erhalten]
Litaneien [Kontrafaktur der Meditationes, verloren]
B. Texte
1. Dramenübersetzungen
Demetrius [Übersetzung eines Textes von Metastasio, u. a. Sächsische Landesbibliothek – Staats –und Universitätsbibliothek Dresden, Mscr. Dresd. App. 689 Nr. 19]
Attilio Regolo, [verloren]
Demofoonte, [verloren]
Der Nothleidende: Maria Antonia, Maria Anna Josepha Augusta Markgräfin von Baden, Maria Anna von Bayern (Übs.) Der Nothleidende. Ein Schauspiel von vier Aufzügen in ungebundenenr Rede, aus dem Franzüsischen ins Deutsche übersetzt, o.O.: o. J., 1773
2. Kantatentexte und Kleinformen
Poesies d’E[rmelinda] T[alea]. Sächsische Landesbibliothek – Staats –und Universitätsbibliothek Dresden, Mscr. Dresd. P 249
Raccolta di varie poesie, Sächsische Landesbibliothek – Staats –und Universitätsbibliothek Dresden, Mscr. Dresd. 18
Enthält:
Plaintes de Tircis en quatres Langues […] En Francois traduit par S[on] A[ltesse]: R[oyale]: L[a]: P[astourelle]: A[rcadienne]:
Cantata a voce sola. La musica è del S[igno].r Ferrandini („Dell’idol mio trafitto“)
Il destin che divide Nice da Tirsi. La musica è del S[igno].r Manna („Vado a dar l’estremo addio“)
Canzonetta („Io credei che l’amore“)
Cantate a voce sola („Se si stende amica mano“)
Le Siege de Troye. Cantate à une voix seule. Mise en musique dans le goût Italien. La Poesie est de S[on] A[ltesse]: R[oyale] la P[astorelle] A[rcadienne]: la Musique de la meme“ (Text: Sächsische Landesbibliothek Dresden, Mscr. Dresd. 18, Musik verloren)
Il pentimento a Nice Palinodia Del Signor Pietro Metastasio - Risposta Di Nice Di Sua Altezza Reale la Principessa Antonia Di Baviera („Se meco sei sincero Tirsi“)
Julius Petzhold verzeichnet in seinem Artikel „Biographisch-literarische Mittheilungen“, 1856, S. 377-379, zwei verlorene Sammlungen mit Werken Maria Antonias. Nach ihm war sie auch die Autorin von folgenden Texten:
Cantata per il terzo d’Agosto Giorno die Nome Di Sua Maestà il Re die Pollonia Elettore di Sassonia composta dalla Sua umilissima figlia e serva Maria Antonia. La musica è del Sig. Giovanni Adolfo Hasse
Cantata per il felicissimo giorna di nascità, e di nome della Maestà della Regina die Pollonia Ellettrice die Sassonia Maria Giuseppa composta dalla sua umilissima figlia e serva maria Antonia. La musica è del Sig[nore]. Giov[anni]. Adolfo Hasse
Cantata a due voci di E[rmelinda]. T[alea]. La musica è del Sig[nore] Manna (Nice a Tirsi: „Vado a dar l’estremo addio“)
Lavinia a Turno. Cantata a v oce sola. La musica è del Sig[nore]. Giov[anni]. Ristori
Didone Abbandonata. Cantate a voce sola. La musica è del Sig[nore]. Giov[anni]. Ristori
Cantata („Dall’idol mio trafitto“)
Cantata („Se si stende amica mano“)
Nice a Tirsi. Cantate a voce sola („Ah’ crudo amore“)
Canzonetta („Io credei che mai l’amore“) Risposta („Ancor’io credei che Amore“)
Il Pentimento a Nice. Palinodia („Placa gli sdegni tuoi“)
Canzonetta („Se meco sei sincero“)
Cantata („Ah [diceva piangendo] Amarilli“) [vertont von J. G. Naumann)
Cantata („Che più felice amante“) [vertont von Giovanni Michele Schmidt, 1753?]
Canzonetta („Quai tormenti e fiere pene“)
Canzonetta („Perche palpiti o cor mio“)
3. Prosatexte
*Extraits de .’Histoire de S.*** et C.***; Sächsisches Staatsarchiv-Hauptstaatsarchiv Dresden, Fürstennachlässe 1 (Maria Antonia) Nr. 79
*Histoire de Mme la Princesse de C.***, Sächsisches Staatsarchiv-Hauptstaatsarchiv Dresden, Fürstennachlässe 1 (Maria Antonia) Nr. 79
Principes de Morale chretienne de Ermelinda Talea P[astourelle]. A[rcadienne]. dictès par Elle mème à Prince Antoine, [verloren; vgl. Julius Petzholdt, „Biographisch-litterarische Mittheilungen“. 1856, S. 381f. (Anh. I6).
[„Instruction pour mes enfants“ (vgl. Drewes, S. 26)
„Préparations à la mort“ (laut Drewes, S. 26, verloren)]
4. Andere
Sentimens d’une ame pénitente sur le psaume miserere. [Paraphrase des Miserere-Psalmes], vor 1747
Oratorium „La conversione di Sant’Agostino. Oratorio da cantarsi nella Regia Elettoral Cappelladi Dresda il Sabato Santo.“ 1749, vertont vom J. A. Hasse, UA: 28.3.1750

Literatur und Quellen

Quellen
Eine ausführliche Aufstellung der musikalischen und textlichen Quellen ist bei Christine Fischer, 2007, S. 428ff. zu finden.
Primärliteratur
Anonym (Hg.). Horaz Walpole's, Grafen von Oxford Denkwürdigkeiten aus der Regierungszeit Georgs II. und Georgs III. Mit einer Einleitung. Das achtzehnte Jahrhundert in Walpole`s Briefwechsel, 3 Bde., (=Bibliothek ausgewählter Memoiren des XVIII. und XIX. Jahrhunderts 4), Belle-Vue bei Constanz: Verlags-Buchhandlung zu Belle-Vue, 1846-1847, Bd. 1, S. 185-188.
Burney, Charles. An Eighteenth-Century Musical Tour in Central Europe and the Netherlands. Percy A. Scholes (Hg.). (= Dr. Burney´s Musical Tours in Europe 2). London: Oxford University Press, 1959, S. 45-62.
Chiara, Pietro, Roncoroni, Federico (Hg.). Giacomo Casanova. 1756-1763. (= Storia della mia vita 2). Milano: Mondadori, 1989. S. 1055.
Chiara, Pietro, Roncoroni, Federico (Hg.). Giacomo Casanova. 1756-1763. (= Storia della mia vita 3). Milano: Mondadori, 1989. S. 701, 911-912.
Gennari, Giuseppe. Notizie giornaliere di quanto avvenne specialmente in Padova dall’ anno 1739 all’anno 1800. Loredana Olivato (Hg.). (= Scritti Padovani 7), Padova: Rebellato Editore, 1982-1984. Bd. 1. S. 104-106.
Riesemann, O[skar von]. „Eine Selbstbiographie der Sängerin Gertrud Elisabeth Mara“. In: Allgemeine Musikalische Zeitung 34 (25. August 1875). Sp. 529-535.
Koschatzky, Walter, Selma Krasa. Herzog Albert von Sachsen-Teschen 1738-1822. Reichsfeld-marschall und Kunstmäzen, Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1982. S. 26.
Abkündigung der weiland Ihrer Königl. Hocheit ..., Frau Maria Antonia, auf den 25. Juni 1780 ... zu haltenden Trauer- und Gedächtnißpredigt ... sammt dem dazu vorgeschriebenen Texte, ... Liedern. Dresden, 1780.
Adunanza tenuta dagli Arcadi Nella Villa Albani Ad onore di Sua Altezza Reale Maria Antonia Walburga die Baviera Elettrice Vedova di Sassonia Fra le Pastorelle Acclamate Eermelinda Taléa, Roma 1772.

Als I. K. H. Maria Antonia ... der ... Weinlese in der Kgl. Hof-Lößnitz . zum ersten mahle beizuwohnen geruheten, wollte deroselben ... Gegenwart ... vererhren die Hof-Lößnitz ... Festschrift, Dresden 1748.
An dem Geburthsfest ... Maria Antonia ... wird von der Helden-Muse ein --- Prologus ... vorgestellet... genant: der von redlich gesinnten Herzen im Tempel der Weisheit entzündete Weyrauch. Festschrift, Dresden, 1762.
Burney, Charles. An Eighteenth-Century tour in Central Europe and the Netherlands. Percy A. Scholes (Hg.). (= Dr. Burney’s Musical Tours in Europe 2). London, New York, Toronto, 1959.
Finauer, Peter Paul. Allgemeines Historisches Verzeichnis gelehrter Frauenzimmer. München: Mayr, 1761.
Friedrich II von Preußen. Oeuvres de Frédéric le Grand. Johann David Erdmann Preuss (Hg.), Bd. 24: Correspondance, Berlin, 1754.
Lippert, Woldemar (Hg.) Kaiserin Maria Theresia und Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen: Briefwechsel 1747-1772, Mit einem Anhang ergänzender Briefe, Leipzig 1908.
Sekundärliteratur
Albert, Herzog zu Sachsen. „Maria Antonia von Sachsen und die Musik“. In: Sächs. Heimat, Hamburg, 1981.
Bolongaro-Crevenna, Hubertus. „Eine Kaisertochter komponiert Opern“. In: L’Arpa festante. Die Münchener Oper 1651-1825. Von den Anfängen bis zum „Freyschützen“, München: Callwey, 1963. S. 84-87.
Drewes, Heinz. Maria Antonia Walpurgis als Komponistin. Borna-Leipzig: Noske, 1934.
Fischer, Christine. „Metastasio l’a cruellement mutilé“ - Der Einfluss Metastasios auf das Werk Maria Antonia Walpurgis’“. In: Metastasio im Deutschland der Aufklärung. Laurenz Lütteken, Gerhard Splitt (Hg.) (Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung), Tübingen: Niemeyer, 2002. S. 192-215.
Fischer, Christine. „Opera seria nördlich der Alpen – venezianische Einflüsse auf das Musikleben am Dresdner Hof um die Mitte des 18. Jahrhunderts“. In: zeitenblicke 2 (2003), Nr. 3 [10. 12. 2002]
Fischer, Christine. „Pietro Metastasio als Bearbewiter eines Librettos. Eine neue Quelle zur Genese der Pastorale Il trionfo della fedeltà von Maria Antonia Walpurgis“. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 43 (2002). S. 69-93.
Fischer, Christine. „Selbststilisierungs- und Herrschaftskonzepte in Maria Antonia Walpurgis’ Talestri, regina delle amazzoni“. In: Frauenstimmen, Frauenrollen in der Oper und Frauenselbstzeugnisse. Gabriele Busch-Salmen, Eva Rieger (Hg.) (= Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Musik 1). Herbolzheim: Centaurus-Verl. 2000. S. 198-225.
Fischer, Christine. Instrumentierte Visionen weiblicher Macht – Maria Antonia Walpurgis’ Werke als Bühne politischer Selbstinszenierung. Kassel: Bärenreiter, 2007.
Fleig, Anne. „Entre souverains ce n’est pas le sexe qui décide – Höfische Selbstinszenierung und Geschlechterrollen“. In: Ordnung, Politik und Geselligkeit der Geschlechter im 18. Jahrhundert. Ulrike Weckel, Claudia Opitz, Olivia Hochstrasser, Brigitte Tolkemitt (Hg.). (= Das achtzehnte Jahrhundert Supplementa 6), Göttingen: Wallstein, 1998. S. 41-63.
Fürstenau, Moritz. „Beiträge zur Geschichte der Musik und des Theaters am sächsischen Hofe während der Regierung August’s III. 1733-1763“. In: Wissenschafliche Beilage der Leipziger Zeitung 88 (2. November 1856), Nr. 262, S. 469 (6129) -471 (6131); 89 (6. November 1856), Nr. 265, S. 473 (6197)-476 (6200).
Fürstenau, Moritz. „Maria Antonia Walpurgis, Kurfürstin von Sachsen. Eine biographische Skizze“. In: Monatshefte für Musik-Geschichte 11 (1879). Nr. 10. S. 11-181.
Fürstenau, Moritz. „Maria Antonia, Churfürstin zu Sachsen“. In: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung 66 (16. August 1857). S. 265-267; 67 (20 August 1857). S. 269-270, 68 (23. August 1857). S. 273-274.
Fürstenau, Moritz. Zur Geschichte der Musik und des Theater am Hofe der Kurfürsten von Sachsen und Könige von Polen Friedrich August I. (August II) und Friedrich August II. (August III). Dresden, 1862.
James, April. Her Highness’ Voice. Maria Antonia, Music and Culture at the Dresden Court, Ann Arbour: University Microfilms International, 2002.
Mc Lamore, Alyson. „Princess Royal of Saxony, Maria Antonia Walpurgis (1724-1780)“. In: Women Composers. Music Through the Ages. Silvia Glickman, Martha Furman Schleifer (Hg.). New Yourk: Simon and Schuster Macmillan, 1998. Bd. 5. S. 1-30.
Pescerelli, Beatrice. „Una compositrice del Settecento: Maria Antonia Walpurgis“. In: Quadrivium XXIV (1983). S. 171-177.
Petzholdt, Julius. „Biographisch-literariasche Mittheilungen über Maria Antonia Walpurgis von Sachsen“. In: Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekswissenschaft 11 (1856). S. 336-345 und S. 376-390.
Piot, Charles. Compositions musicales de l’empereur Charles VI, souvrain de la Belgique ed de Marie-Antoinette de Bavière, Bruxelles: Hayez, 1880. S. 9-11.
Prinz, Henning. „Die Raumgestaltung des Taschenbergpalais zur Zeit Friedrich Christians und Maria Antonias“. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens 18 (1986). S. 141-163; 19 (1987). S. 83-118.
Raab, Heribert. „Die Romreise der Kurfürstin-Witwe Maria Antonia Walpurgis von Sachsen 1772“. In: Hundert Jahre Deutsches Priesterkolleg beim Campo Santo teutonico 1876-1976. Beiträge zu seiner Geschichte. Erwin Gatz (Hg.). Rom, Freiburg, Wien, 1977.
Ramos López, Pilar. Maria Antonia Walpurgis.
Riezler, Sigmund. „Eine geheime Gesellschaft am Hofe Max III. Joseph von Bayern“. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte 31 (1871). S. 311-316.
Schaal, Dieter. „Die Leibwaffen der Kurfürstin Maria Antonia. Aus dem Historischen Museum, Dresden“. In: Kurnst und Antiquitäten 10 (1992), Nr. 7/8. S. 51-55.
Schlechte, Horst (Hg.). Das geheime politische Tagebuch des Kurprinzen Friedrich Christian 1751-1757, (= Schriftenreihe des Staatsarchivs Dresden 13), Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, 1992.
Schnoor, Hans. Dresden – 400 Jahre deutsche Musikkultur: zum Jubiläum der Staatskapelle und zur Geschichte der Dresdner Oper. Dresden: Dresdner Verlagsges., 1948.
Steuer, Egbert. „Vergessene Meister – vergessene Werke. Das sächsische Fürstengeschlecht der Wettiner und seine Komponistinnen und Komponisten“. In: Das Orchester 12 (1993), S. 1300-1304.
Stichart, Franz Otto. „Maria Antonia von Bayer, Gemahlin Friedrich Christian’s“. In: Galerie der Sächsischen Fürstinnen. Biographische Skizzen sämmtlicher Ahnfrauen des Königlichen Hauses Sachsen. Quellenmäßig dargestellt, Leipzig. Fleischer 1857. S. 455-470.
Thieme, Ulrich und Felix Becker (Hg.). „Maria Antonia Walpurgis“. In: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1930 Bd. 24. S. 91.
Weber, Carl von. Maria Antonia Walpurgis, Churfürstin zu Sachsen, geb. kaiserliche Prinzessin in Bayern. Beiträge zu einer Lebensbeschreibung derselben. 2 Bde. Dresden: Teubner, 1857.
Yourke-Long, Alan. „Maria Antonia of Saxony“. In: Alan Yourke-Long. Music at Court. Four eighteenth Century Studies, London: Wiedenfeld and Nicolson, 1954. S. 73-93.

Forschung

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk Maria Antonia Walpurgis setzte nach ihrem Tod und dem damit verbundenen Ende der Aufführungen ihrer Werke (Nur „La conversione die Sant’Agostino“ wurde 1782, also zwei Jahre nach ihrem Tod, in Padua aufgeführt. Danach gab es erst im späten 20. Jahrhundert, nämlich ab 1980, Aufführungen ihrer Opern (Fischer S. 9f.)) nur langsam ein. Die bis heute wichtigste Quelle zur Biografie ist Carl von Webers 1857 erschienene Monografie, in der eine große Anzahl von Quellen zu ihrem Leben und Werk ausgewertet und zugänglich gemacht werden. Moritz Fürstenaus Arbeiten zu Maria Antonia haben bereits die Tendenz, das häusliche Frauenbild des 19. Jahrhunderts dem Leben der Kurfürstin überzustülpen.
In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich Carl Drewes mit Maria Antonia als Komponistin und analysiert ihre Werke im Vergleich mit Werken Hasses, Porporas, Portas und Ferrandinis. Seine Kritik an Maria Antonias Vielseitigkeit („Von der einheitlichen Entwicklung eines Friedrich des Großen sticht deutlich die Unausgeglichenheit einer Frau ab, die ein innerer Widerstreit und eine verhängnisvolle Vielseitigkeit gehindert hat, Großes zu erreichen. […] Auf allen Gebieten hat sie Spuren einer reichen Begabung zurückgelassen, ohne aber eins ihrer vielen Talente zur vollen Entfaltung gebracht zu haben. So kommt es, daß ihrer geistigen Bildung das Kennzeichen des Schöngeistigen, ihrem künstlerischen Schaffen aber das Merkmal des Liebhabertums anhaftet“ [!!!]) kommt leider direkt aus der Position des von vornherein auf Männer bezogenen Geniebegriffs (Eva Rieger. Vorwort zur 2. Auflage von „Frau und Musik“. Kassel: Furore, 1990), der in der Beethovennachfolge im 19. und 20. Jahrhunderts zugrunde gelegt wurde.
Aus dem Jahr 1998 stammt die Aufnahme der Oper „Talestri, Regina delle Amazzoni“ durch die Batzdorfer Hofkapelle. April James’ PhD-Thesis „Her Highness’ Voice“ (Harvard, 2001), setzt sich vor allem mit „Il trionfo della fedeltà“ auseinander.
Neue Ansätze in der Forschung gibt es in jüngster Zeit: Vor allem die hochinteressanten Veröffentlichungen Christine Fischers, die die Werke Maria Antonias als Teil eines Selbststilisierungskonzeptes dieser auch politisch denkenden Kurprinzessin analysiert, lassen die Werke in ganz neuem Licht erscheinen. Besonders sei in diesem Zusammenhang auf ihre 2007 im Druck erschienene Dissertation „Instrumentierte Visionen weiblicher Macht – Maria Antonia Walpurgis’ Werke als Bühne politischer Selbstinszenierung“ (=Schweizer Beiträge zur Musikforschung Bd. 7), Kassel u. a.: Bärenreiter, 2007, in der sie eine Fülle von Quellen erschließt, verwiesen.
In Christine Fischers Werk werden nicht nur die Quellen zu den einzelnen Werken und Schriften der Kurfürstin detailliert aufgelistet, sondern auch alle Kompositionen, die über ihre Texte entstanden sind sowie Werke, die Maria Antonia Walpurgis gewidmet sind. Der Großteil ihrer Manuskripte liegt, Fischer zufolge, in der Sächsischen Landesbibliothek, Drucke und Libretti ihrer Opern sind allerdings weit verbreitet (vgl. Fischer, 2007, S. 428ff.).

Forschungsbedarf

Da in der verdienstvollen Monografie von Carl von Weber (1857) häufig die Quellenangaben fehlen und sich inzwischen einige Ungenauigkeiten herausgestellt haben, wäre eine neue Monografie über Maria Antonia Walpurgis sehr wünschenswert.
Ebenso wäre ihre Tätigkeit als Malerin und ihre Bilder dringend zu erforschen. Der Bestand der Gemälde und ihr Aufbewahrungsort wären erneut zu eruieren, denn die zuletzt erstellte Liste ihrer Gemälde datiert von 1857 (Weber).

Autor/innen:
Eva Neumayr, Die Grundseite wurde im Juli 2007 verfasst.
Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann
Zuerst eingegeben am 10.08.2007 in "MUGI - Musik und Gender im Internet"