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Presse

Pressemeldungen über "spirit of musicke"

Sie spielten mit Verve und und Temperament...Das Salzburger Barockensemble scheute weder die Rasanz noch den filigranen Ausdruck der langsamen Sätze und bot nicht nur im Zusammenspiel eine reife musikalische und spieltechnische Leistung.
Süddeutsche Zeitung
"Ihre Phrasierungen schienen zu sprechen, und ihre klanglichen Schattierungen wirkten, als seien sie dem unmittelbaren lautlichen Ausdruck menschlicher Gefühle nachempfunden. Das Salzburger Ensemble "Spirit of Musicke" zeigte in seinem Konzert im Mozart-Saal der Alten Oper Frankfurt, ..dass die Alte Musik unwiderstehlich natürlich klingt. "
FAZ
"Spirit of Musicke" aus Salzburg: ..Schon mit dem ersten Stück, einer Triosonate von Telemann, verstanden sie beim Schlosskonzert in Amerang, den Zuhörer ganz in ihren Bann zu ziehen, versetzten ihn in die Welt der Barockmusik, als ob es keine andere Musik mehr gäbe."
Oberbayrisches Volksblatt
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Frauenstimmen 2017, 6. Konzert


FRAUENSTIMMEN, 6. Konzert
23/11/17 Unter dem Motto „To a Wider Morrow” (Zu einem größeren Morgen), einem Zitat aus der Hymne der englischen Frauenbewegung von 1910, gab es im Domchorsaal in der Reihe „Frauenstimmen“ ein Konzert mit Werken von Komponistinnen der Spätromantik. Ein gelungenes Plädoyer für wertvolle Musik, die lange unter den Teppich gekehrt wurde.
VON PAUL KORNBECK
Bild: Shirley Suarez
Nicht nur, dass es Musik von Frauen ist. Es ist auch „tonale Moderne“, der alle vier Künstlerinnen verpflichtet waren - und die hatte es nach 1945 sehr schwer. Es wird Zeit, diese Schätze des 21. Jahrhunderts zu heben, seien sie nun von weiblichen oder männlichen Händen geschrieben. Die Salzburger „Maria Anna Mozart Gesellschaft“ nimmt sich komponierender Frauen aus allen Zeiten an. Das Engagement der Musikwissenschaftlerin Eva Neumayr, die auch kompetent durch den Abend führte, und ihrer Mitstreiterinnen ist aller Bewunderung wert.
Im Zyklus „Frauenstimmen“ erklingen immer wieder starke Stücke, werden immer wieder erhellende Blicke in die Vergangenheit geworfen. Die Besetzung war diesmal mit der Geigerin Annelie Gahl, der Pianistin Ariane Haering, der Sopranistin Aleksandra Zamojska und dem Hornisten Johannes Hinterholzer hochkarätig, Das Publikum erschien in erfreulicher Menge und war, wie jedes Konzertpublikum, aus allen Geschlechtern zusammen gesetzt.
Gleich zu Beginn erfreute eine unterhaltsame Hornsonate der Belgierin Jeanne Vignery, die 61jährig im Jahr 1974 das Opfer eines Zugunglücks wurde. Diese Sonate op. 7 ist offenbar ihr einziges greifbares Werk. Ihre Lehrerin Nadja Boulanger und die Nähe zum französischen Neoklassizismus kann sie nicht verleugnen, doch vor allem im Finalsatz findet sie zu eigenwilliger, geradezu swingender, mitreißender Rhythmik.
Florence Price (1887-1953) war die afroamerikanische Pionierin in der symphonischen Musik. Die von Ariane Haering beherzt und virtuos gespielte „Fantasie nègre“, wohl das erste von vier Stücken dieses Namens, berührt durch die liebevoll-pathetische Aneignung von Spiritual-Motiven. Häufiger zu hören ist Musik der englischen Feministin Ethel Smyth, die als phantasievolle und fruchtbare Komponistin ganz den romantischen Traditionen ihrer Heimat verpflichtet war. Von der legendären Autorin der Frauenhymne war ein stimmungsvoller Satz, „Elegy in memoriam“, aus einem 1928 entstandenen Konzert für Violine, Horn und Orchester zu hören, in der originalen Klavierfassung. Kein Wunder, dass sich Dirigenten wie Sir Thomas Beecham für das Oeuvre der Smyth einsetzten. Die balsamischen Horntöne Johannes Hinterholzers verbanden sich wundersam mit dem akzentuierten Spiel der Partnerinnen.
Eine bedeutende Komponistin am Niveau eines Zemlinsky oder Korngold war die Altösterreicherin Dora Pejačević, aus kroatischem Uradel stammend. 2014 hat der Mattseer Diabelli Sommer ihrer Kammermusik einen Schwerpunkt gewidmet. Es wäre hoch an der Zeit, ihre Symphonie und ihr Klavierkonzert in Salzburg zu spielen. Alle wesentlichen Werke der originellen Spätromantikerin sind auf CD zu haben. Ein spätes Streichquartett der 1923 mit erst 38 Jahren im Kindbett verstorbenen Musikerin deutet übrigens eine Wandlung zu „Neuer Sachlichkeit“ an. Diesmal musizierten Annelie Gahl und Ariane Haering mit Inbrunst und Brillanz die herrlich süffige, melodiöse erste Violinsonate op. 26. Die hervorragende Geigerin und in „Wien um 1900“ verankerte Dora Pejačević war mit Karl Kraus befreundet und schwärmte für Nietzsche. Alle ihre Lieder sind in deutscher Sprache, die nach Texten Nietzsches in kostbarer, dem Jugendstil verpflichteter Schubert-Nähe. In der „Verwandlung“ nach Kraus kam die Geige dazu. Die „Schmetterlingslieder“ bildeten den heiteren Abschluss. Aleksandra Zamojska singt das mit großem Gefühl und leuchtenden Höhen. Viel Applaus.
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Frauenstimmen 2013, 2. Konzert

GUITAR-LADY Heike Matthiesen

„…kurz meine Zukunftsplanung umgeworfen…“

Abseits ausgetretener Pfade erlebte man kürzlich die Weltklasse-Gitarristin Heike Matthiesen im vollbesetzten Domchorsaal des Salzburger Kardinal-Schwarzenberg-Hauses. Auf Anregung der Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft präsentierte sie zum allerersten Mal ein reines Komponistinnen-Programm der Klassischen Gitarre: „Ich habe mich so gefreut, dieses besondere Programm zu erarbeiten und zu spielen.. und ich habe mal kurz meine Zukunftsplanung umgeworfen und werde im Januar im Studio sein und eine reine Komponistinnen-CD mit einigen Stücken des heutigen Abends aufnehmen…“

Unter dem Motto Guitar Ladies brachte Heike Matthiesen Stücke von Gitarrenvirtuosinnen aus drei Jahrhunderten zu Gehör und erläuterte zwischen den verschiedenen Blöcken deren Lebensumstände und die Entstehungsgeschichten ihrer Werke. Als Einleitung spielte sie zwei exklusiv erhalteneTanzstücke einer Komponistin, von der außer dem Namen, Julia Pinton,nichts weiter bekannt ist. Wesentlich mehr weiß man heute von der deutschen Gitarristin und Komponistin des neunzehnten Jahrhunderts, Catharina Josepha Pelzer, die seit ihrer Jugend in England lebte und schon als Kind mit ihrem Gitarrenspiel Aufsehen erregte. Nach ihrer Heirat komponierte sie unter dem Namen Madame Sidney Pratten rund zweihundert Gitarrenstücke, aus denen Heike Matthiesen mit sicherem Gespür die ausdrucksstarken Songs Without Words ins Programm nahm. Die weitere Auswahl des Abends umfasste bis zur Pause Kompositionen von Luise Walker, Ida Presti und Tatiana Stachak aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Diese Stücke wurden von Heike Matthiesen ebenso wie die der älteren Komponistinnenmit technischer Brillanz und tiefempfundenem Ausdruck vorgetragen. Überhaupt gelang es der Künstlerin, das Publikum ab den ersten Takten in den Bann zu ziehen und über das gesamte Programm hinwegmit ihrem höchst kunstvollen Spiel zu unterhalten. Sie stützte sich dabei auf kein einziges wohlbekanntes Highlight des üblichen Gitarrenrepertoires, höchstens die Kleine Romanze aus der Feder Luise Walkers, der zu ihrer Zeit bedeutendsten österreichischen Gitarristin, konnte einigen Zuhörern bekannt gewesen sein.

In einer ihrer unterhaltsamen Zwischenbemerkungenberichtete Heike Matthiesen, dass noch längst nicht alle Noten der Gitarren-Komponistinnen allgemein zugänglich seien. Erst nach und nach kämen die Editionen auch älterer Frauen-Werke heraus, welche sie selbst stets ungeduldig erwartete. Sie sei aber im Besitz einiger ihr persönlich gewidmeter und noch nicht gedruckter Kompositionen, und so durfte das anwesende Publikum nach der Pause auch die österreichische Erstaufführung zweier kleiner Stücke miterleben, die ihr die in England lebende Komponistin Maria Linnemann zugeeignet hatte. Maßvoll, zart und in einem ruhigen Spielfluss trug Heike Matthiesen diese ihr besonders am Herzen liegenden Two ElegicPieces vor. Auch mit der übrigen Auswahl im zweiten Teil des Abends bewies die Künstlerin Sinn für Ausgewogenheit, indem sie einen farbenreichen Kosmos aus Melancholie, Heiterkeit, Trauer und tänzerisch-beschwingter Lebensfreude präsentierte, der die Konzentration der aufmerksam lauschenden Zuhörer bis zum Schluss andauern ließ. Außer den melancholischen Kompositionen von Maria Linnemann hatte Heike Matthiesen ein besonders eindringliches Stück der 1954 geborenen Tschechin Sylvie Bodorova mit dem Titel Elegie sowie die einzige Gitarrenkomposition Serenade der in Deutschland lebenden Russin Sofia Gubaidulina einstudiert. Den Abschluss bildeten fünf beschwingte Tanzlieder von Carmen Guzman, einer kürzlich in hohem Alter verstorbenen argentinischen Tango-Sängerin und Gitarristin. Das begeisterte Publikum spendete einen lang anhaltenden Applaus und erhielt als Zugabe eine Wiederholung der Two Elegic Pieces von Maria Linnemann.

Ilona Pichler